„Pony Paradise Park“


In der IGS Bertha von Suttner in Kaiserslautern setzten sich 13 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen in ihrer Projektwoche mit dem Thema Scripted Reality auseinander. Unter der Leitung von Medienpädagogin Karen Schönherr (medien+bildung.com) und FSJlerin Stefanie van Wasen (FSJ Kultur medien+bildung.com) entwickelten sie dabei auch ein ganz eigenes Format.

Zum Einstieg analysierten die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Fernsehverhalten und Ausschnitte aus den Reality Formaten „Berlin Tag und Nacht“ (RTL2) und „Secret Eaters“ (Sat.1). Dabei gingen sie besonders auf Schnitt, Ton und Kameraführung ein. Anschließend versuchten sie eine Szene davon so genau wie möglich nachzudrehen, um die Analyse zu vertiefen und selbst ein Gefühl für Kameraführung und Schauspiel im Realitybereich zu bekommen.

Eine kritische Perspektive lieferten im Anschluss zwei Ausgaben des Medienmagazins „Zapp“ (NDR) über die Produktionsbedingungen der Reality-Sendungen „Schwer verliebt“ und „Frauentausch“ und die Vorwürfe von Protagonisten gegenüber den Sendern. Eine Schülerin fühlte sich veräppelt: „Als ich die Folge damals im Fernsehen sah, dachte ich, dass die Frau wirklich so komisch drauf ist. Jetzt weiß ich, dass vieles Fake ist und der Sender bewusst provoziert und seine Darsteller gezielt anleitet.“ Die meisten konnten sogar von Mitschülern berichten, die schon bei gescripteten Formaten mitgemacht haben. So machten Beispiele nicht aus dem Fernsehen, sondern aus dem Bekanntenkreis den Script-Charakter einiger Formate deutlich.

Der nächste Tag wurde dazu genutzt mittels der Analyse-Ergebnisse Ideen für ein eigenes Format zu sammeln und bereits einige Szenen davon zu proben, die dann am 3. Tag gefilmt wurden. Nach der Programmeinführung in das Schnittprogramm Premiere Elements wurde das Material szenenweise von den Schülerinnen und Schülern selbst geschnitten und zum Schluss begutachtet.

Entstanden ist Pony Paradise Park mit Anleihen bei verschiedenen Reality-Formaten. Darin steht eine Gruppe von Jugendlichen einige Tage unter dem Kommando der Offiziere Jack und John Johnson und wird mit strengen Regeln dazu gebracht „sich selbst zu finden“ und die eigene Sozialkompetenz zu stärken. Die gezielte Konfrontation gegensätzlicher Charaktere wurde dabei von den Jugendlichen bewusst eingesetzt, denn so ergaben sich Konflikte für die Sendung fast von selbst. Das Drehen hat den Schülerinnen und Schülern am meisten Spaß bereitet, während im Schnitt viele beeindruckt waren, wie leicht eine Szene durch Schnitte verändert werden kann.

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